Wir haben doch alle schon einmal von Madeira gehört. „Die Insel des ewigen Frühlings“ oder auch „Der Garten Europas„, all das beschreibt diesen Ort sehr gut, jedoch nicht in seiner Gänze. Madeira ist nicht nur grüne Natur, sondern auch interessante Kultur, nette Menschen und vor allem, Kulinarik zum Niederknien.

Kein Wunder also, dass wir sofort loswollten, als wir ASIs Wandertouren rund um und über diese Atlantikinsel sahen.

Schon an unserem ersten Tag, gleich nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten und einen Blick auf Funchal warfen, strahlte uns eine so grüne Stadt entgegen, wie wir sie selten gesehen haben.

Für uns ist es im Urlaub immer ein Highlight, nicht nur in die Kultur, sondern auch in die Kulinarik einzutauchen. Das durften wir auch gleich bei unserem ersten Abendessen, es gab Espetadas, die typischen Fleischspieße, gepaart mit einem Glas Bier und einem lokalen Wein. Kurz gesagt, wir waren hin und weg.

Noch mit ganz verträumten Gedanken an das Abendessen und den Sonnenuntergang ging es am nächsten Tag auf zur ersten Wanderung. Als der Bus uns mitsamt Wanderausrüstung in Richtung Ostkap fuhr, wich das Grün langsam einer Vulkanlandschaft. Durch die vielen rot-braunen Felsen strahlte das Meer gleich viel blauer.

Wir haben schnell gemerkt, auf Madeira sind die Wanderwege nicht so verzweigt wie in Deutschland. Hier gibt es meist nur einen Start- und einen Endpunkt, an denen man alle Wanderungen beginnen oder beenden kann. Dadurch kann man fast nicht vom Weg abkommen und hat Zeit, sich die Natur anzuschauen, ganz ohne Angst, sich zu verlaufen.

Das Highlight des Tages war die kleine Bucht, in der wir unterwegs baden und schnorcheln konnten. Eine willkommene Abwechslung während einer mehrstündigen Wanderung.

Abends haben wir dann in einer Wirtschaft landestypisch schwarzen Degenfisch mit gebratenen Bananen gegessen und haben, auf Empfehlung, nochmal einen anderen Wein probiert.

Schon am dritten Tag wurden unsere Erwartungen vom Grünen mehr als erfüllt. Wir liefen durch Lorbeerwälder inmitten einer urwüchsigen Landschaft und haben uns ein bisschen gefühlt wie im Dschungel. Der Wald auf Madeira ist ganz anders als bei uns. Wo man im Schwarzwald auf Augenhöhe meistens braune Rinde hat, ist hier wirklich alles rundum grün.

Als unser Wanderführer dann auch noch anfing, uns alles Mögliche über Madeiras Pflanzen zu erzählen, kamen wir aus dem Staunen kaum noch raus.

Am vierten Tag ging es zum Pico Ruivo, mit 1862 Metern Höhe ist er der höchste Berg Madeiras. Zu unserer Wanderung lässt sich im Nachhinein eigentlich nur sagen: Wir sind noch nie so viele Treppen gelaufen!

Der Aufstieg war nur was für Schwindelfreie, denn nur ein Drahtseil trennt einen vom Abgrund und man läuft ohne Halt über mehrere unebene Stufen. Als wir aber dann oben standen, wie der Wanderer über dem Nebelmeer, kam uns der Weg gar nicht mehr so schlimm vor.

Auch bei dieser Wanderung waren die Ausblicke einfach nur wieder faszinierend. Daran könnte man sich gewöhnen.

An unserem fünften Tag ging es auf zur nächsten Wanderung. Unser Ziel war einer der berühmtesten Wasserfälle der ganzen Insel.

Auf dem Weg liefen wir entlang eines Levadas, das sind Wasserleitsysteme, die das Wasser von den Bergen in das Tal leiten, um die Wege nicht zu überschwemmen. Dabei tragen sie mit ihrem plätschern schön zur idyllischen Wanderatmosphäre bei.

Nachdem wir den Wasserfall erreicht hatten, ging es weiter zu den weltbekannten 25 Quellen. Ein absolut magischer Kraftort, bei dem man aus dem Staunen kaum rauskommt. Fast schon schade, dass es für uns nach einer kurzen Pause gleich weiter ging.

Auf unserem Weg zurück, kämpften wir uns durch beeindruckende Urvegetation und liefen durch mehrere unbeleuchtete Tunnel. Da wurde uns auch klar, warum eine Stirnlampe auf der Packliste stand.

Zum Schluss erreichten wir einem Eukalyptuswald, der so gut gerochen hat, dass wir fast nicht mehr gehen wollten. So etwas erlebt man nicht jeden Tag.

Unseren sechsten Tag haben wir in Funchal verbracht und uns für eine Weile im Früchteparadies der Markthalle verloren.

Eigentlich dachten wir immer, wir kennen zumindest einen Großteil aller Früchte. Hier wird uns allerdings klar, dass wir nicht einmal von der Hälfte gehört haben. Oder sind wir die Einzigen, die noch nie eine Ananasbanane gesehen haben?

Zu unserem Glück durften wir uns durch die verschiedensten Stände probieren und sind natürlich nicht drum rumgekommen, auch etwas zu kaufen.

Mit unseren Taschen voller Obst sind wir dann zur Seilbahn gegangen. Wir hatten viel vom botanischen Garten gehört und wollten uns diesen mal persönlich anschauen. Oben angekommen, wurden wir fast von der Pflanzenvielfalt erschlagen, hier wächst gefühlt einfach alles. Man kann es nicht anders beschreiben, als „Ein absolutes Naturparadies“.

Am nächsten Tag hieß es dann leider schon Abschied nehmen. Von Madeira, von der schönen Gebirgslandschaft, den Levadas, der vielfältigen Vegetation und dem einzigartigen Inselcharakter. Abschließend lässt sich sagen: Wir kommen definitiv wieder!

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